Gnadenhof Avalon

Geschichten, Tagebuchauszüge und Gedichte von Avalon 

 ( Ihr lieben Menschen, bitte entschuldigt die falschen Absätze in unseren Geschichten. Irgendwie komme ich da mit dem Format und einkopieren nicht zurecht. Im Word ist alles richtig, wenn ich den Text auf die Webseite kopiere, wird alles auseinander gezogen und eine korrekte Bearbeitung ist nicht möglich. Wenn hier jemand einen Tipp für mich hat: Bitte melden!)


- Unsere Abenteuer -


 Von der Liebe

Es war einmal ein kleines Mädchen welches Tiere so sehr liebte und immer die Nähe von diesen suchte. Sein größter Wunsch seit es denken konnte war ein eigener Hund. Seine Eltern wollten aber keinen Hund und schenkten dem Mädchen zwei Wellensittiche. Es liebte die beiden Vögel sehr und ließ sie immer frei fliegen. Doch das kleine Mädchen wünschte sich noch immer und von ganzem Herzen einen Hund. Als das Kind immer öfter von einem eigenen Hündlein sprach, bekam es von seinen Eltern ein Kaninchen geschenkt. Dieses Kaninchen liebte es sehr, vergaß aber niemals den Hund, welchen es sich doch so sehr wünschte.

Eines Tages überraschte es seine Eltern mit einem Fantasiehund, welchen es sehr liebte. Immer war der kleine Fantasiehund nun bei ihm. Die beiden erlebten viele tolle Abenteuer miteinander. Die Eltern des kleinen Mädchens begannen sich ein wenig Sorgen zu machen, merkten und sahen endlich ein, dieses kleine Mädchen brauchte einen Hund. Einen richtigen, einen echten!

Also zog zur großen, zu seiner absolut wahnsinnig riesigen Freude ein Hund nicht nur in das Haus des kleinen Mädchens sondern auch in das Herz, welches sich sofort und unendlich mit reiner Liebe füllte.

Seinen Fantasiehund verabschiedete es und schickte ihn zu einem anderen kleinen Mädchen, welches ihn ganz dringend benötigte.

Das kleine Mädchen und sein Hund machten immer alles gemeinsam. Nie sah man die beiden getrennt. Wenn das Kind in der Schule war, wartete der Hund bis er den Schulbus hörte, welcher es ihm wieder brachte. Dann musste die Mutter die Haustüre öffnen und der Hund lief dem Mädchen freudig entgegen, wurde dann fest in die Arme genommen. Viele glückliche Jahre voller wunderbarer Erlebnisse vergingen, das kleine Mädchen wurde größer, der Hund wurde älter.

Dann wurde der Hund sehr, sehr krank. Die Eltern des Mädchens taten alles um den Hund zu retten, um ihm weitere Lebensjahre schenken zu können. Doch nichts half.

Als der Hund dann auch noch unter Atemnot litt, riefen die Eltern ihr Kind zu sich und sagten, dass der Tierarzt nun kommen würde, um den Hund von seinem Leid zu erlösen damit er nicht ersticken müsse.

Das Mädchen wusste das es nur diese eine Möglichkeit gab, es wusste, der Hund musste nun gehen. Doch eine Sache wünschte es sich so sehr, so wie es sich damals einen kleinen Hund gewünscht hatte: es wünschte sich, dass der Hund von selbst einschlafen würde und nicht durch die Tierarztspritzen sterben sollte.

Die Tierärztin wollte am Abend kommen, das Mädchen verzweifelte fast.

Es wünschte und wünschte und wünschte sich so sehr, das sein Hündlein keine Spritze würde erhalten müssen.

Doch nichts half, kein wünschen, kein beten, kein gar nichts.

Als die Tierärztin die erste Spritze gesetzt hatte, ließen die Eltern das Mädchen auf sein Bitten hin mit seinem Hund alleine. Es kniete an dem Körbchen des Hundes, dieser hatte seinen Kopf in beide Hände des Mädchens gelegt.Die beiden blickten sich so lange in die Augen, bis der Hund seine Äuglein schloss, dann wurde sein Köpfchen in den Händen des Mädchens ganz schwer.

Und in dem Moment als der Hund die zweite Spritze erhielt und starb, da starb auch etwas in dem Mädchen, in dem kleinen Mädchen. Es war so wütend dass sein Wunsch nicht erfüllt wurde und der Hund nicht von selbst hatte sterben dürfen und die Trauer zerriss ihm fast das Herz. Es wollte, konnte die Kuscheldecke des Hundes nicht loslassen und weinte und schrie laut und bitterlich.

Und da geschah es: Die Ohren des Mädchens wollten nichts mehr hören, die Augen nichts mehr sehen. Das Herz wurde ganz hart und fest und kalt.

Das Mädchen war nun blind und taub für alles was da war. Für all die Freude und für all das Elend.

Blind und taub und mit steifem Herzen marschierte das Mädchen jahrelang lang an so vielen vorbei, denen es hätte helfen können, die es hätte retten können. Wenn es sie doch nur gesehen oder gehört hätte!

Doch es nahm sie einfach nicht mehr wahr.

Bis eines Tages etwas wundersames geschah. Das Mädchen, nun eine Frau mit eigenem Kind, ließ sich von ihrem Sohn zu einem Besuch in einem Tierheim überreden denn dort fand ein Flohmarkt statt.

Der kleine Junge sauste sofort zu den tollen Flohmarktartikeln und die Frau ging starren Blickes an den Zwingern vorbei in welchen überall arme, ganz arme Wesen saßen. Doch sie bemerkte sie nur ganz weit entfernt.

Am letzten Zwinger angekommen wollte sie gerade wieder umdrehen, da sah sie plötzlich!

Sie sah einen ganz kleinen, ganz dürren Hund, welcher sie zitternd und mit flackerndem Blick scheu anschaute. Erstaunt, wie aus einem Traum erwacht erwiderte sie kurz den Blick, dann schüttelte sie den Kopf und wollte weitergehen, da hörte sie plötzlich!

Sie hörte, wie der kleine zitternde dürre Hund aus seiner Ecke herausgekrochen kam und leise winselte.

Sie drehte sich wieder zu dem Hund, ging dann in die Hocke, blickte dem kleinen Hund lange in die Augen.

Und ihr Herz wurde plötzlich ganz warm. So warm. Und so wundervoll fühlte es sich an. So wundervoll fühlt(e) sich LIEBE an.

Die Frau verließ das Tierheim nicht nur mit ihrem Sohn, sondern auch mit dem kleinen Hund, welcher es mit nur einem Blick geschafft hatte, ihr Herz wieder zu erwärmen.

Der kleine Hund gab der Frau die Liebe wieder und öffnete ihr Herz erneut für all das Schöne und für all das Elend.

Und von diesem Tage an geht die Frau nie mehr blind und taub an den Zwingern dieser, unserer Welt vorbei.

Und auch wenn sie so viel schlimmes sieht, was sie immer wieder auch in ihren (Alb)Träumen verfolgt und es ihr so viel Kraft raubt und sie täglich so viel Mut benötigt und auch wenn sie weiß, dass sie nicht alle retten kann, so tut sie doch alles was sie kann, um nur den einen zu retten.

So viele sind es schon, doch würden es noch mehr Menschen wagen endlich ihre Blindheit und Taubheit abzulegen, würden mehr Menschen endlich ihre Herzen öffnen und mit Liebe füllen, mit Liebe für sich, für andere Menschen, für Tiere, was könnte es schön sein.....

Für Bonny, in Liebe


 


Der Rasenmäherunfall

Es ist etwas passiert, etwas furchtbares, etwas ganz und gar grauenhaftes!
Und ich bin Schuld! Ich wars! Ja, hier gibt es nichts mehr zu beschönigen, nichts zu verheimlichen:
Ich gebe es aus freiem, doch von quälenden Schuldgefühlen geplagtem Herzen zu:
Ich bin eine MÖRDERIN!
Ja! Das bin ich! Ich, Mone, habe getötet! Kommt und verhaftet mich, legt mir Handschellen an, denn ich bin gefährlich! Am besten auch noch Fußfesseln! Stellt mich vor Gericht, ich leugne nichts und stehe zu meiner Tat.
Ich habe getötet! Ein Tier! Ich habe ein Schweinchen umgebracht. ICH bin die Mörderin von Aquas geliebtem Quietscheschweinchen!
Das nahezu einzige Spielzeug welches nun schon seit zwei Jahren lebt! Im Garten ists Aquas größte Freude mit dem Quietscheschweinchen im Maul wild herumzutollen! Seine Claudia hatte es ihm geschenkt und er liebte es sososo sehr.
Leute, es ist ja schon schlimm genug, dass ich es umgebracht habe, wenn ich euch nun aber auch noch sage wie, wird euch das Blut in den Adern gefrieren:
Ich habe es brutalst zerhäckselt, bin mit dem Rasenmäher drübergerauscht.
Natürlich nicht absichtlich, ich wollte es sogar noch retten! Kurz bevor es zwischen die gleich einem Skalpell scharfen Messer geriet, sah ich es! Es guckte mich an! Wir starrten uns an und ich... bremste zu spät!
Ein letzter verzweifelter Quietsch, dann war es vorbei.
Dieses Quietscheschweinchen wird nun nie mehr quietschen.
Und Aqua hat alles gesehen!
Nachdem ich noch unter Schock stehend mein Mordinstrument ausgeschaltet hatte, eilte Aqua zum Ort des Geschehens.
Stumm, ratlos, fassungslos standen wir dann einige Minuten lang über den zerfledderten Überresten des von mir zerhäckselten, von Aqua über alle Maßen geliebten Quietscheschweinchens.
Ich erzitterte und schämte mich zutiefst.
Aqua ließ seinen Kopf sinken, nahm dann ganz sanft und vorsichtig probeweise ein Stück Füllungsknäul ins Maul, versuchte es zum Quietschen zu bewegen, nichts.
Er spuckte es wieder aus. Starrte noch einmal auf die Reste, guckte dann auf den Rasenmäher, anschließend mir direkt und sehr lange in die Augen:
Dieser Blick sprach Bände!
Ich schluckte, wusste nicht was ich ihm zum Trost hätte sagen können, was ich hätte tun können. Es war ein Unfall, ja, ein schlimmer Unfall. Doch ich bin Schuld, man sollte mir keinen Rasennmäher mehr in die Hände geben!
Mit dieser Schuld werde ich nun auf ewig leben müssen und Aqua mit seiner Trauer!
Mal schauen, wie wir beide heute Nacht schlafen können, ob wir überhaupt schlafen können. Eventuell melde ich uns Morgen dann in einer Therapie zur Trauerbewältigung und dem Abbau von Schuldgefühlen für eine Quietscheschweinchenmörderin an.


 

 

 


 

 Freiheit für die Hühner!

oder

Ach, Jooooooosef!

Ich komme gerade von der Arbeit, Dieter repariert den Lamazaun, wie immer hilft ihm Josef dabei.Nachdem ich die Hundis begrüßt habe, gucke ich noch einmal nach den beiden Männern, Dieter flechtet am Zaun und Josef kann bei dieser Arbeit grade nicht helfen.

Ui, ich weiß schon, was nu kommt.

Sobald es unserem Josef auch nur für 5 Sekunden langweilig ist, geht’s los:

Entweder  Säcke füllen und Heu in die Ställe werfen, welches wir (liebe Grüße an Selma und Familie!) dann wieder mit Müh und Not raus holen müssen oder, wenns nachmittag ist: Hühner schon in den Stall bringen. Denn wenn es Josef langweilig ist, fällt ihm ein, dass entweder alle Tiere plötzlich verhungern könnten oder die Hühner könnten alle auf einmal verloren gehen.

Heute sind es die Hühner. Ich bereite mich innerlich auf den nun folgenden Kampf vor, Josef beginnt seine Runde, ruft seinen hohen Hühnerlockton: „Tuck, tucktucktuck, tuuuuuuck!“

Ich gucke auf die Uhr, bleibe ganz ruhig und flöte Josef zu: „Du, es ist erst vier. Bitte lass die Hühner doch noch ein bissel draußen.“

„Tuuucktucktucktuck!“

Er versuchts mit ignorieren, hat mich ja gar nicht gehört.

Nu meldet sich Dieter zu Wort: „Joooosef, lass die Hühner noch draußen. Die wollen noch nicht schlafen gehen!“ Er arbeitet weiter am Tor, Josef sucht unter dem Bauwagen nach Hühnern, die sich dort, wohl wissend dass sie bei diesem schönen Wetter schon in den Stall sollen, versteckt haben. Und gaaaaanz leise sind.

Nu ich wieder, diesmal flehend: „Bitte, Josef, es ist zu FRÜH!“

Jetzt guckt er mich kurz an, dann Richtung Himmel und meint zu mir: „Aber der Habicht! Der Habicht kommt!“

Hä? Ganz egal ob da nu ein Habicht wäre, ich habe noch keinen kennen gelernt welcher sich zwischen acht Hunde, zwei freilaufenden Pferde, eine großen Schafherde und drei Menschen stürzt um sich ein Huhn zu schnappen. Würde er dies tun, dann wohl auch nur in größter Hungersnot, vielleicht im Winter oder so.

Ich gucke trotzdem zum Himmel: „Josef, das ist ein Flugzeug!“

„Tucktucktucktucktuck!“

Jetzt drohend und mit Mone harter Stimme: „Wenn du die Hühner jetzt einsperrst, dann lässt Dieter sie SOFORT wieder raus!“

„Tucktuck!“ Ich werde wieder ignoriert, Josef versucht verzweifelt weiterhin und nun gaaaaanz schnell, damit Mone und Dieter endlich die Klappe halten und die Hühner umgehend vergessen, die Tiere Richtung Stall zu lenken. Diese ergreifen die Flucht nach vorn, links und rechts an Josef vorbei: Der Großteil saust zu den Schweinen! Gute Idee: Da kann man sich toll verstecken!

Ich, jammernd: „Och, Josef!“

Josef: „Tuuuuuuuuuuck! – Tucktucktuck!“

Dieter, streng: „Lieber Josef: Wenn du die Hühner jetzt nicht sofort draußen lässt, baue ich die Stalltür aus, dann kannst du sie auch abends nicht mehr einsperren, also sind sie dann ganz ohne Schutz!“

Das hat gesessen! Josef hört schlagartig auf zu „tucken“, schlendert dann zu Dieter und fragt, ob er ihm noch was helfen kann.


 

 


 

Da steht man nachts auf, weil man nicht schlafen kann.

Eine Hündin ist krank, die Ärzte wissen noch nicht, was sie hat, ihr Zustand verschlechtert sich zusehends.

Man sitzt im Dunkeln und grübelt und diese Hilflosigkeit und Angst zerreißt einem fast das Herz.

Man setzt sich an den Computer, um mal wieder im Internet nach Ursachen, Symptomen und passenden Krankheiten zu suchen.

Da kommt eine mail rein, und wieder: Ein Mensch, der schreibt, dass er sein Tier nicht mehr möchte, ob man es nicht nehmen könnte.

Eine Email wie so viele, ein Anruf, wie so viele. Menschen, die ihr Tier nicht mehr wollen, einfach nicht mehr haben wollen, so wie ein altes Paar Schuhe.

Nicht aus nachvollziehbaren Gründen wie z.B. wenn jemand ernsthaft krank oder in Gefahr ist oder sich lebensbedrohliche Allergien entwickelt haben, nein, sondern einfach weil „das Tier“ plötzlich stört, weil es mal auf den Wohnzimmerteppich gepiselt hat, plötzlich nicht mehr acht Stunden lang alleine sein möchte und daher die Kissen zerlegt hat, man nicht mehr frei und ungebunden ist, der neue Partner dieses Tier nicht leiden kann, ein Tier in der neuen Wohnung nicht mehr gewünscht ist, weil es einfach doch mehr Arbeit macht als man gedacht hatte, weil es Schmutz macht, weil es zu groß geworden ist, weil es zu klein gewachsen ist, weil es zu laut oder zu leise ist, weil es Zuneigung sucht, weil es schüchtern ist, weil es alt geworden ist oder krank, einfach:

Weil es eine Last geworden ist.

Du armer Mensch, denke ich mir und spüre wie meine kleine kranke Hündin auf meinem Schoß ein wenig zittert, nicht das Tier wurde Dir zur Last, sondern Dein Herz, weil es kalt geworden ist.


 

 

 


 

Weitere Geschichten folgen! :-)

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